ver.di/makes me go crazy

06.Februar 2010

Was veranlasst mich in diesem schönen deutschen Blog mit Anglizismen um mich zu schmeißen? Es ist hochwohlgeborene Gewerkschaft der deutschen Arbeiterklasse, verdi, die nicht nur dem Namen nach italienische Verhältnisse des totalen Versagens des öffentlichen Lebens anstrebt.
Nachdem bereits am Montag bei wildem Schneetreiben in Frankfurt alle, die auf Busse angewiesen sind, auf dem falschen Fuß erwischt wurden, folgte der nächste Streich nicht sogleich, aber (mit Ankündigung) am Freitag…

Außer mir stehen an meiner popeligen Bahnhaltestelle normalerweise drei oder vier Leute. An jenem Tag erreichte der Andrang allerdings wahrhaft biblische Ausmaße, auf die Moses bei seinem Auszug stolz gewesen wäre, da S- und Regionalbahnen die einzigen verkehrenden öffentlichen Verkehrsmittel in Frankfurt waren. In ganz Frankfurt. Den ganzen Tag.
Wie um die Situation im vollgestopften Zug auch noch betonen zu wollen, veranlasste der Zufallsalghorythmus meines MP3-Players, dass gerade in diesem Moment die Liedzeilen “uranium/makes me go insanium” durch meine Kopfhörer schossen. (Kurzer Werbeblock: Dieses epische Meisterwerk kommt von der besten Band der Welt, Mange . Unbedingt mal reinhören, vor allem Uranium!)
Der Wahnsinn kam aber noch für mich, da ich am Abend versuchte, in die Stadt zu kommen. Es ist wirklich ein seltsames Gefühl von der S-Bahn-Station Messe (die nicht am Haupteingang der Messe ist) aus an leeren Bürogebäuden vorbei in Richtung Uni zu laufen. Und es ist weit. Die Auswirkungen auf das Frankfurter Nachtleben waren nicht zu übersehen, testweise habe ich das im ivi (das heißt wirklich so, haben sich ein paar lustige Menschen aus der linken Frankfurter (Antifa-)Szene ausgedacht; die Bands waren gut, aber der Sound Matsch, aber das gehört wohl dazu, wenn man “alternativ” sein möchte) beobachtet.

Wenn man so die Gewerbesteuereinnahmen einer Stadt wie Frankfurt unterminiert und nebenbei auch noch alle Steuerzahler (außer den Streikenden selbst natürlich) verärgert, braucht man sich allerdings auch nicht zu wundern, wenn Forderungen nach 5% mehr Lohn mit einem trockenen Lachen quittiert werden…

In diesem Sinne

Euer Daniel

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