Der Aschermittwoch…

18.Februar 2010

stellt nicht nur den Beginn der Fastenzeit, sondern auch das Ende der Zeit der Narren dar. Auch wenn Herr Gabriel, dass etwas anders sieht, so ist mir gerade beim Verfolgen der Ansprachen zum politischen Aschermittwoch auf Phoenix vor allem Eines aufgefallen. Die Strategie der SPD, sich erneut als Beschützer der „vom FDP Wählerklientel ausgepressten Arbeitnehmer“ aufzuspielen um sich so mit der gewohnten Polemik alter Wählerstimmen wieder zu bemächtigen, zeigt das die fünfte Jahreszeit leider noch lange nicht beendet ist. Auch heute hagelte es statt dem angebrachten und sachlichen Ton, wie man ihn von Staatsmänner und Frauen erwartet, leider nur wüste Beschimpfungen und Verunglimpfungen. Wie sollen wir jungen Menschen Respekt und Anstand entwickeln, wenn es selbst die Oberhäupter der Parteien nicht schaffen ihrer Vorbildfunktion nachzukommen?

Es ist schon sehr interessant, dass es meist wir jungen Leute sein sollen, die sich im Ton vergreifen und bei denen es an gegenseitigem Respekt fehlen soll. Bei keiner Podiumsdiskussion, an der ich teilgenommen habe oder die ich auch nur besucht habe, habe ich jemals solche Entgleisungen erleben können (mit der Ausnahme eines einzelnen jungen Politikers aus dem Kinzigtal, der es schafft sich regelmäßig im Ton zu vergreifen). Liegt das tatsächlich daran, dass wir Jugendorganisationen uns nicht um Parlamentssitze streiten? Ich kann mir das wirklich nicht vorstellen.

Aber wenn ich schon dabei bin… es wird mir wirklich Angst und Bange, wenn ich darüber nachdenke, dass man in Deutschland nicht darüber sprechen darf, dass auch ein Sozialstaat finanziert werden muss. Ich habe wirklich erhebliche Probleme die Kritik an Westerwelles Aussagen nachzuvollziehen.
Unser Mittelstand umfasst rund 99,7 % aller umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, in denen knapp 65,9 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten angestellt sind. Und so ganz nebenbei werden im deutschen Mittelstand etwa 83,0 % aller Auszubildenden ausgebildet.
Wer den Mittelstand stärkt, stärkt also nicht nur den wirtschaftlich wichtigsten Träger des Sozialstaates, sondern auch noch den Großteil derer, von denen dies in Zukunft erwartet wird.
Wie kann man einer Partei, die mit ihrer Politik hier ansetzt, Klientelpolitik vorwerfen?

Darf man wirklich nicht mehr darüber reden darf, dass auch Sozialleistungen finanziert werden müssen? Darf man nicht mehr darüber sprechen darf, dass alles, was Geld kostet, auch bezahlt werden muss? Ich frage mich wie Politik dann funktionieren soll.

Ich bitte euch diesen ausschweifenden Post zu entschuldigen! Beim nächsten Mal berichte ich wieder aus der LaVo-WG. Versprochen! ;)

Viele Grüße,
euer Hendrik

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